Von den Ravensburg Towerstars wechselte in diesem Sommer Lukas Jung an die Fulda. Im Kurzinterview mit dem Verteidiger geht es u.a. um seine Anfänge im Eishockey, eine Station in Schweden und auch den bisher unangenehmsten Gegenspieler, wenn es gegen die Huskies ging…
1. Du hast in Hamburg angefangen Eishockey zu spielen, bist in Iserlohn zum Profi gereift, warst in Schweden aktiv und zuletzt in Ravensburg. Welcher Standort hat dich als Spieler am stärksten geprägt?
Ich würde sagen, dass alle Standorte für mich auf ihre eigene Art gleich wichtig waren. In Hamburg habe ich die Begeisterung für den Eishockeysport entwickelt und den Grundstein gelegt. In Iserlohn wurde ich als Jugendspieler ausgebildet und habe die Basis für den Schritt in den Profibereich geschaffen. Die Zeit in Schweden während der Corona-Pandemie war für mich eine wichtige Erfahrung. Dort konnte ich mich auf einem anderen Niveau mit starken Spielern messen und mich durch die vielen Eiseinheiten individuell enorm weiterentwickeln. In Ravensburg durfte ich schließlich meine ersten beiden kompletten Saisons als Profi absolvieren und auf diesem Niveau wertvolle Erfahrungen sammeln.
2. Gerade die Saison in Schweden sticht in deiner bisherigen Laufbahn heraus. Was konntest du aus dieser Spielzeit mitnehmen?
In Schweden lag der Fokus ganz klar auf dem Eislaufen. Das Skating hat dort einen enorm hohen Stellenwert, und ich konnte mich in diesem Bereich extrem verbessern. Diese Entwicklung hilft mir bis heute in vielen Spielsituationen und hat mein Spiel insgesamt auf ein höheres Niveau gebracht. Gleichzeitig habe ich gelernt, wie wichtig die kontinuierliche Arbeit an den Grundlagen ist.
3. In Ravensburg hast du dich in den vergangenen beiden Jahren in der DEL2 etabliert. Welche Aspekte deines Spiels haben sich dort besonders entwickelt?
In Ravensburg habe ich vor allem an meinem Defensivspiel gearbeitet. Deshalb würde ich sagen, dass ich mich in diesem Bereich am stärksten weiterentwickelt habe. Ich habe gelernt, defensiv noch konsequenter und ruhiger zu agieren und in den entscheidenden Situationen die richtigen Entscheidungen zu treffen.
4. Den meisten deiner neuen Teamkollegen standest du schon auf dem Eis gegenüber. Welcher von ihnen war am unangenehmsten zu verteidigen?
Ich würde Tristan Keck sagen. Wenn er mit viel Geschwindigkeit über außen kommt, dann schnell in die Mitte zieht und seinen Abschluss sucht, ist das als Verteidiger extrem unangenehm. Er ist schwer auszurechnen und kann aus wenigen Situationen viel Gefahr entwickeln.
5. Welche Eigenschaft macht aus einem zuverlässigen Verteidiger einen sehr zuverlässigen Verteidiger – unabhängig von Punkten oder Eiszeit?
Für mich zeichnet sich ein sehr zuverlässiger Verteidiger dadurch aus, dass er in den entscheidenden Momenten Verantwortung übernimmt – nicht nur dann, wenn alles gut läuft oder die Situation einfach ist. Gerade in schwierigen Phasen Ruhe zu bewahren und für die Mannschaft da zu sein, macht für mich den Unterschied.
6. Wenn wir nach der Saison erneut sprechen: Woran würdest du persönlich festmachen, dass dein Jahr mit den Huskies erfolgreich war?
Als Mannschaft wäre die Saison für mich erfolgreich, wenn wir unsere Ziele erreichen und auf eine Saison zurückblicken können, in der wir als Team konstant unseren Weg gegangen sind. Am Ende soll jeder das Gefühl haben, dass wir unser Potenzial ausgeschöpft und als Mannschaft alles herausgeholt haben.
Persönlich wäre es für mich ein erfolgreiches Jahr, wenn ich mein Spiel weiter verbessern konnte und selbst merke, dass ich mich in die richtige Richtung entwickelt habe. Gleichzeitig wäre es natürlich schön, wenn der Club und das Trainerteam diese Entwicklung genauso sehen.
Quelle: Kassel Huskies